Island Ring Road Rundreise: 12 Tage Wildlife- und LandschaftsfotografieIsland ist eine kleine Insel, verloren im Nordatlantik. Auf der Karte hat man das Gefühl, dass man Island in wenigen Tagen erkunden könnte. Doch die Realität sieht ganz anders aus. Wir arbeiten seit über 10 Jahren in Island und entdecken immer noch neue Landschaften, abseits der ausgetretenen Pfade. Jedes Jahr begegnen wir einer Tierart, die wir zuvor nicht kannten. Ganz zu schweigen vom ständig wechselnden isländischen Licht, das Landschaften, die wir zu kennen glaubten, immer wieder neu zum Leben erweckt.
Nur wenige Fotografen reisen nur einmal nach Island. Wir kehren immer dorthin zurück, wo sich die wilde, freie Natur ausdrückt. In diesem Artikel haben wir beschlossen, Ihnen alles zu zeigen, was Sie während einer 12-tägigen Iceland ring road tour erleben und sehen können.
Auch wenn wir hier über die Route 1 sprechen, die Island umrundet, erlauben wir uns einen kleinen Umweg und nehmen Sie mit auf die kurvenreichen Straßen der Westfjorde. Es scheint uns unmöglich, bei einer Fotoreise nach Island die Westfjorde auszulassen. Diese Region ist ein Konzentrat des wilden Islands, und genau dort führen wir Wildlife-Fotografen für unseren Polarfüchse-Workshop hin.
Landschaftsfotografie in Island
Die Landschaftsfotografie in Island ist ein Erlebnis, das jeder Fotograf einmal gemacht haben sollte. Das Licht ist so weich und so besonders, mit bläulichen oder rosafarbenen Tönen, die außergewöhnlich wirken – ein Flüstern der Arktis und ihrer extremen Temperaturen.
Was die Landschaftsfotografie in Island so besonders macht, ist die Kombination aus Neugier und einzigartigen klimatischen Bedingungen. Wenn Eis sich mit dem schwarzen Sand vulkanischer Regionen vermischt, wenn ein Sonnenstrahl durch einen Eisberg fällt und einen seltsamen Kontrast zwischen warmen und kalten Tönen erzeugt, wenn der Boden, reich an Schwefel und Metallen, orangefarben leuchtet, versteht das menschliche Auge nicht wirklich, was geschieht – aber die Kreativität erwacht. Island ist eine Einladung, das Gewöhnliche zu verlassen. Und die Iceland ring road tour ermöglicht es, all diese Schätze der isländischen Natur zu entdecken.
Island Ring Road Rundreise: 12 Tage auf der Ringstraße Islands
Es wird häufig festgestellt, dass die meisten Reisenden die benötigte Zeit für die Island Ring Road Rundreise unterschätzen. Auch wenn die Insel klein erscheint, werden die Straßen in den Fjorden schnell kurvig und die Fahrzeiten deutlich länger.
Eine Island Ring Road Rundreise in 12 Tagen ist unserer Meinung nach das Minimum – besonders für Fotografen. Wir werden ehrlich sein: Auf der Ringstraße werden Sie alle fünf Minuten anhalten – wegen eines Lichts, eines Berges oder eines Tieres. Wenn Sie mehr Zeit haben, zögern Sie nicht. Wir verbringen Monate damit, Landschaften in Island zu fotografieren und uns wird nie langweilig. Es gibt immer etwas zu sehen, etwas festzuhalten. Die kreativen Möglichkeiten in Island sind endlos.
Darüber hinaus nimmt die Vielfalt der Landschaften entlang der Ringstraße jede Wiederholung. Der Süden mit seinen Wüstenebenen, die Fjorde im Osten mit ihren Rentieren, der Norden mit schwefelreichen Böden und steilen Bergen, der wilde Westen mit seinen versteckten Tälern und Polarfüchsen – es gibt nicht nur ein Island, sondern eine Vielzahl von Landschaften, die eine tiefgehende Erkundung verdienen.
Fotoausrüstung für eine 12-tägige Island Ring Road Rundreise
Für eine so lange und kostspielige Reise sollte man gut ausgerüstet sein – sowohl fotografisch als auch bei der Kleidung. Natürlich hängt die Ausrüstung von Ihrem fotografischen Stil ab. Schauen wir uns jedoch an, welche Möglichkeiten Island bietet und welche Ausrüstung nötig ist, um sie festzuhalten:
- Landschaftsfotografie in Island: Das ist die größte Stärke Islands. Für Landschaften benötigen Sie ein Weitwinkelobjektiv. Aufgrund der großen Räume arbeiten wir meist mit 24 mm, aber Sie können auch weiter gehen (20 mm oder 18 mm). Außerdem brauchen Sie ein Stativ für Aufnahmen bei wenig Licht oder Nachtaufnahmen der Polarlichter (im Winter).
- Wildlife-Fotografie in Island: Wir fotografieren die Natur in Island sehr gerne, da die Tiere frei und wild sind, aber weniger scheu als auf dem Festland. Wir empfehlen dennoch ein langes Teleobjektiv, idealerweise 600 mm. Auch 400 mm oder 300 mm sind möglich, allerdings riskieren Sie, die Tierwelt unnötig zu stören.
- Porträt- und Straßenfotografie: Wenn Sie Porträts fotografieren, sind 35-mm- und 50-mm-Objektive sehr nützlich. Die kleinen Fischerdörfer entlang der Ringstraße, besonders in den Fjorden, sind ideal für diese Art der Fotografie.
- Architektur: Von der Kirche in Reykjavík über die Harpa bis zur Kathedrale in Akureyri – wenn Sie Architektur mögen, sind einige Orte unverzichtbar. Dafür benötigen Sie ein Ultraweitwinkelobjektiv (unter 20 mm). Ein Stativ ist ebenfalls wichtig, da Nachtbeleuchtung diese Gebäude besonders hervorhebt.
Während Ihrer Fotoreise auf der Ringstraße benötigen Sie außerdem einige zusätzliche Ausrüstungsgegenstände: eine wasserdichte Tasche, zwei oder drei externe Akkus, zusätzliche Speicherkarten, eine Schutzhülle für Ihre Kamera (falls nicht wetterfest) und ein Mikrofasertuch zur Reinigung der Linsen.
Schließlich müssen Sie nicht tausende Euro investieren, um in Island zu fotografieren. Das Wichtigste ist Ihre Kreativität und Sensibilität. Wir haben dazu einen Artikel geschrieben: Was ist die beste Kamera für Wildlife-Fotografie?
Island Ring Road Rundreise – Akt 1: Der Süden Islands
Ausgehend von Keflavík (internationaler Flughafen Reykjavík) Richtung Osten erreicht man Route 1, die die Iceland ring road tour bildet. Diese Straße folgt der Südküste, wo kleinere Straßen oder Pisten zu verschiedenen Naturorten führen.
Der Süden Islands ist der touristischste Teil des Landes. Leider ist es oft frustrierend, da viele Touristen und Fotografen im Bild sind. Die einzige Lösung ist, die Nebenzeiten zu nutzen: sehr früh am Morgen und bei Sonnenuntergang. Diese Zeiten bieten gleichzeitig das beste Licht für Landschaftsfotografie.
Der Süden Islands ist außerdem eine beeindruckende Konzentration außergewöhnlicher Naturorte. Die meisten Reisenden beschränken sich auf die Südküste und den Golden Circle. Nur wenige reisen in den Norden und noch weniger in die Westfjorde.
Der Beginn der Island Ring Road Rundreise und die Durchquerung der Reykjanes-Halbinsel
Bei der Ankunft in Island landet man auf der Reykjanes-Halbinsel im Südwesten der Insel. Dieses von Feuer und Salz geprägte Land ist bekannt für seine vielen Vulkane, von denen einige seit 2023 mehrfach ausgebrochen sind. Diese Region verändert sich ständig.
Für Landschaftsfotografen bietet Reykjanes eine rohe, dramatische und dunkle Kulisse. Hier und da versucht hellgrünes Moos, Leben in die Landschaft zu bringen. Die geothermische Aktivität ist stark ausgeprägt.
Besonders beeindruckend sind die weiten Flächen schwarzer Lava. Diese mineralische Kargheit wird vom Atlantik langsam geformt und geglättet.
Sie können überall anhalten – jede Landschaft lohnt sich. Besonders empfehlen wir Seltún, wo schwefelreiche Erde in unrealen Farben erscheint: Gelb, Orange, Grau, Blau und sogar Grün. Für abstrakte Fotografie ist Seltún perfekt.
Für Ozeanfotografie ist Valahnúkur im Südwesten der Halbinsel ideal. Dort schlagen die Wellen gegen schwarze Basaltformationen – ein zugleich schönes und dramatisches Schauspiel.
Die 1001 Wasserfälle und Kaskaden im Süden Islands
Es ist unmöglich, nur einen einzigen Wasserfall im Süden Islands zu empfehlen, da es so viele gibt, jeder anders als der andere. Skógafoss, Seljalandsfoss, Kvernufoss, Gljúfrabúi – die Liste ist lang, und leider auch die Menschenmengen.
Für Landschaftsfotografie empfehlen wir, einige weniger bekannte Kaskaden auszuwählen, wie zum Beispiel Hjálparfoss. Diese Wasserfälle sind nicht weniger interessant – sie sind lediglich weniger leicht zugänglich. Durch die Wahl weniger überlaufener Orte können Sie sich Zeit nehmen und eine ruhigere, friedlichere Natur genießen.
Strand von Vík und seine Papageitaucher vom Dyrhólaey-Vorgebirge aus
Der schwarze Sandstrand von Reynisfjara bei Vík ist zweifellos der bekannteste und ikonischste Strand Islands. Er ist auch der meistfotografierte Ort des Landes. Viele Fotografen verzichten daher bewusst darauf, bereits bekannte Motive erneut zu fotografieren. Dennoch bleibt Reynisfjara ein mythischer Ort, den man während einer 12-tägigen Island Ring Road Rundreise gesehen haben muss.
Am Strand von Reynisfjara erwartet Sie eine Höhle, umgeben von beeindruckenden Basaltsäulenformationen. Diese Höhle wirkt wie ein mythisches Schloss aus einer nordischen Legende. In der Ferne sieht man die markanten Reynisdrangar-Felsnadeln. Der isländischen Folklore zufolge handelt es sich dabei um Trolle, die beim Versuch, ein dreimastiges Schiff an Land zu ziehen, vom ersten Sonnenlicht überrascht und in Stein verwandelt wurden. Dieser nach Osten und Westen offene Ort gehört zu den besten Fotospots Islands. Besonders bei Sonnenaufgang entstehen spektakuläre goldene Reflexionen auf Schaum und Basalt.
Leider kam es 2026 zu Erosionen, wodurch der Ort gefährlich geworden ist. Das Meer scheint jedoch allmählich den abgetragenen Sand zurückzubringen. Wir empfehlen daher, die aktuellen Bedingungen des Strandes von Vík vor dem Besuch zu überprüfen.
Wenn Sie im Sommer eine Island Ring Road Rundreise unternehmen, empfehlen wir außerdem einen Besuch der Dyrhólaey-Halbinsel, etwa 17 km vom Strand Reynisfjara entfernt. Diese beeindruckende, 120 Meter hohe, bogenförmige Halbinsel ist ein wichtiger Brutplatz für Seevögel, insbesondere für Papageitaucher. Beachten Sie jedoch, dass der Zugang im Mai und Juni zum Schutz der Tiere geschlossen ist. Die Halbinsel öffnet wieder im Juli.
Der Vatnajökull-Gletscher
Eine 12-tägige Island Ring Road Rundreise ist ohne den Besuch des Vatnajökull-Gletschers nicht vollständig. Europas größter Gletscher ist ein zentrales Element der isländischen Landschaft!
Allerdings ist das Vatnajökull-Gebiet sehr groß. Die wichtigste Frage lautet: Wie wählt man die besten Fotospots aus?
Zunächst sollte man wissen, dass der Zugang zum Gletscher selbst schwierig und gefährlich ist. Eine sichere Möglichkeit, den Vatnajökull zu fotografieren, ist jedoch die Erkundung seiner Gletscherzungen. Unser Favorit ist Fjallsjökull, wo man sehr nahe an den Gletscher herankommt, sowie die Lagune Fjallsárlón mit ihren ruhig treibenden Eisbergen.
Der frühe Morgen ist eindeutig die beste Zeit für Aufnahmen am Vatnajökull. Einerseits öffnet sich die Landschaft nach Osten, andererseits kommen die meisten Besucher erst später am Tag.
Die Gletscherlagune Jökulsárlón
Ebenfalls im Vatnajökull-Gebiet, nur wenige Kilometer östlich von Fjallsjökull, liegt die Gletscherlagune Jökulsárlón. Diese Lagune entsteht durch schmelzendes Eis und bietet ein spektakuläres Schauspiel treibender Eisberge. Allerdings ist dieser Ort sehr überlaufen. Während einer Island Ring Road Rundreise werden Sie hier kaum den zahlreichen Reisebussen entkommen. Dennoch bleibt er ein absolutes Muss.
Besonders interessant ist die Tierwelt: Seehunde, Eiderente und Kolkrabe lassen sich oft auf den Eisbergen beobachten – teilweise aus nächster Nähe. Der Kontrast ist beeindruckend!
Diamond Beach
Der letzte unverzichtbare Fotospot im Vatnajökull-Gebiet ist Diamond Beach – ein schwarzer Sandstrand, an dem tausende Eisberge ihre Reise beenden. Diese beginnt, wenn sie vom Vatnajökull-Gletscher abbrechen und in die Lagune Jökulsárlón fallen. Anschließend treiben sie durch die Lagune und erreichen den kurzen Fluss Jökulsá á Breiðamerkursandi, der sie ins Meer trägt. Dort werden sie schließlich an den Strand gespült und schmelzen langsam.
Diamond Beach ist ein unglaublicher Spielplatz für Landschaftsfotografen. Tausende Eisblöcke in verschiedenen Formen liegen auf dem schwarzen Sand. Bei Sonnenaufgang erzeugt das Licht durch das Eis spektakuläre Reflexionen, bei denen kühle Blautöne mit warmen Orangetönen verschmelzen – eine fast surreale Kombination. Während jeder Island Ring Road Rundreise widmen wir diesem Ort stets eine eigene Fotosession.
Nationalpark Skaftafell und Wasserfall Svartifoss
Der Nationalpark Skaftafell ist ein Naturjuwel, eingebettet zwischen mehreren Gletscherzungen des Vatnajökull. Wir empfehlen diesen Park im Rahmen einer 12-tägigen Island Ring Road Rundreise, da er einerseits wunderschöne Wanderungen am Gletscher bietet – mit der Möglichkeit, Polarfüchse zu sehen – und andererseits den beeindruckenden Svartifoss-Wasserfall.
Svartifoss bedeutet „schwarzer Wasserfall“ auf Isländisch. Er verdankt seinen Namen den Basaltsäulen, die die Felswand bilden, über die das Wasser kraftvoll herabstürzt. Dieser Wasserfall ist unser Favorit in Island. Wir empfehlen einen Besuch im Winter bei Sonnenaufgang. Auf einer 12-tägigen Landschaftsfotoreise in Island steht Svartifoss ganz oben auf unserer Liste. Vom Parkeingang aus sind etwa 30 Minuten Fußweg erforderlich.
Darüber hinaus bietet der Nationalpark weitere fotografische Highlights: den Gletscher Skaftafellsjökull im Osten sowie die riesige Sandebene Skeiðarársandur im Süden. Diese entstand durch wiederholte Gletscherfluten infolge vulkanischer Eruptionen – zuletzt 1996 beim Ausbruch des Vulkans Grímsvötn.
Island Ring Road Rundreise – Akt 2: Die Ostfjorde
Ostisland ist weniger touristisch als der Süden. Einige Fjorde sind noch wild und wenig bekannt. Da die Zeit während einer 12-tägigen Reise jedoch begrenzt ist, konzentrieren wir uns auf das Wesentliche, wenn es um Sehenswürdigkeiten in den Ostfjorden geht. Wenn Sie sich entscheiden, einen anderen Teil der Route auszulassen (z. B. die Westfjorde), können Sie mehr Zeit damit verbringen, den Osten zu erkunden.
Der berühmte Strand von Stokksnes
Stokksnes ist ein sehr beliebter Strand in Island, insbesondere für Landschaftsfotografie. Es handelt sich um eine weite Fläche aus schwarzem Sand mit kleinen Dünen, die bei Flut überflutet werden. Der Strand wird von den Vestrahorn-Bergen dominiert, die sich wie eine dunkle Wand zum Ozean hin erheben. Ihre gezackten Gipfel spiegeln sich im Wasser – oder im Winter im Eis – und schaffen wunderschöne Reflexionen für Fotografen.
Für weiches Licht und sanfte Stimmungen empfehlen wir, Stokksnes früh am Morgen bei Sonnenaufgang zu besuchen. Am Abend sind die Kontraste stärker. Wenn der Himmel voller Wolken ist, steigen die Chancen auf einen dramatischen Sonnenuntergang.
Im Winter gefriert das stehende Wasser am Strand von Stokksnes. Diese dünne Eisschicht reflektiert die Vestrahorn-Berge und bildet einen schönen Kontrast zum schwarzen Sand. Das ist unsere Lieblingszeit, um den Strand von Stokksnes zu fotografieren.
Wilde Rentiere auf der Island Ring Road Rundreise
Obwohl sie heute scheinbar Teil der Landschaft Ostislands sind, haben Rentiere nicht immer auf der Insel gelebt – sie sind nicht endemisch. Die Ankunft der Rentiere in Island ist relativ neu. Ab 1771 führten die Isländer diese arktischen Hirsche zur Landwirtschaft ein und nutzten sie für Fleisch und Fell, inspiriert vom samischen Volk Nordskandinaviens.
Island fehlten jedoch zunächst das Wissen und die Ressourcen, um sie zu erhalten. Ihre Population ging allmählich zurück und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts für ausgestorben erklärt.
Die Geschichte hätte dort enden können, doch etwa hundert Tiere überlebten östlich des Vatnajökull-Gletschers. Diese Population passte sich an und vermehrte sich und bildet heute eine neue Gruppe von über 4.000 Individuen.
Die Geschichte der Rentiere in Island ist – wie die der Islandpferde oder Polarfüchse – eine Geschichte der Anpassung an ein raues, wechselhaftes und unvorhersehbares Klima.
Im Winter können Sie entlang der Küste der Ostfjorde Rentiere in Island während einer Island Ring Road Rundreise beobachten und fotografieren. Im Sommer ziehen sie in die Berge, um Flechten und Sträucher zu finden und ihre Jungen zur Welt zu bringen, was es deutlich schwieriger macht, sie in diesem riesigen Gebiet zu entdecken.
Den Islandpferden folgen
Ost- und Nordisland sind bekannt für die große Anzahl an Islandpferden, die in den Bergen und entlang der Küste leben. Diese Regionen sind ideal, um diese zeitlosen Tiere in bergigen Landschaften zu fotografieren. Es gibt keine Garantie, sie zu finden – die beste Möglichkeit besteht darin, zwischen Bergen und Tälern zu erkunden und zu versuchen, sie aus der Ferne zu entdecken, bevor man sich nähert. Andernfalls kann man sie entlang der Straße in der Nähe von Bauernhöfen sehen, wobei die Bedingungen für die Fotografie weniger ideal sind.
Pferde wurden während der Besiedlung nach Island gebracht. Ihre Vorfahren waren norwegische Fjordpferde. Auch andere Rassen wie das Connemara-Pony aus Irland, das Färöer-Pferd und Shetlandponys wurden eingeführt und bilden heute das genetische Erbe des Islandpferdes.
Außerdem ist seit dem Jahr 982 die Einfuhr von Pferden nach Island verboten, um sie vor Krankheiten zu schützen, die vom Festland und anderen nordatlantischen Inseln eingeschleppt werden könnten.
Seitdem haben sich die Pferde auf der Insel so gut an das isländische Klima angepasst, dass sie zu einer einzigartigen Rasse geworden sind: dem Islandpferd!
Bei Wildlife Photo Travel haben wir eine besondere Vorliebe für diese Tiere. Sie sind zugleich robust und poetisch und waren sogar Gegenstand des Fotobuchs „Hestur“ von Samy Berkani, einem unserer Fotoguides. Wenn Sie Pferde lieben, laden wir Sie ein, dieses wunderschöne Buch über Islandpferde zu entdecken.
Während einer Island Ring Road Rundreise bieten Ost- und Nordisland besonders gute Möglichkeiten, diese Tiere in freier Natur zu beobachten und zu fotografieren.
Island Ring Road Rundreise – Akt 3: Der Norden Islands
Nordisland ist über die Island-Ringstraße leicht erreichbar und ein wichtiger Abschnitt jeder Island Ring Road Rundreise. Seine Hauptstadt ist die Stadt Akureyri, die zweitgrößte Stadt des Landes, gelegen am Ende des Fjords Eyjafjörður. Dieser Teil der Insel ist eingeschlossen und von Bergen umgeben. Dadurch ist er die am besten geschützte Region Islands. Die Winde sind weniger heftig, dafür sind die Temperaturen kälter. Im Winter fallen die Temperaturen häufiger als anderswo unter -10 °C.
Nordisland ist die perfekte Region für alle, die verschneite und vereiste Landschaften lieben. Mit seinen steilen Bergen und tiefen Fjorden erinnert es an Norwegen. Im Winter ist jedoch Vorsicht geboten, wenn man zwischen Egilsstaðir und Akureyri reist. Die Berge und Hochebenen, die man überqueren muss, können besonders gefährlich sein – mit häufigen Stürmen, starkem Schneefall und Straßen, die oft gesperrt oder schwer befahrbar sind.
Hverir und Námafjall: das Tor zur Hölle
Am Fuße des Námafjall brodelt die Erde! Der Boden in Hverir ist weich, brodelt und bebt. Von Zeit zu Zeit spuckt er giftigen Dampf aus. Die Erde scheint Geschichten aus den Tiefen der Erde zu flüstern.
In Hverir wirkt keine Farbe natürlich. Leuchtend gelber Schwefel vermischt sich mit rostigen Rottönen, tiefen Ockern und aschgrauen Nuancen. Ein Spaziergang durch dieses Gebiet fühlt sich an, als würde man eine von Göttern gemalte Leinwand betreten!
Diese großartige Landschaft ist wie geschaffen für Fotografen. Man kann frei umherwandern und seiner Fantasie und Kreativität freien Lauf lassen. Es ist der ideale Ort, um Vulkankrater zu fotografieren, ob realistisch oder abstrakt. Die Island-Ringstraße führt durch dieses Gebiet und macht es leicht zugänglich – eine weitere traumhafte Gelegenheit für Landschaftsfotografie in Island und ein Highlight jeder Island Ring Road Rundreise.
Das Lavafeld von Dimmuborgir und die Umgebung des Mývatn-Sees
Eines der beeindruckendsten Gebiete im Norden Islands ist der Mývatn-See mit seinen 37 km². Die Route 1 der Island-Ringstraße verläuft entlang des Sees, wir empfehlen jedoch, ihn vollständig zu umrunden. Im Winter ist Vorsicht geboten, da die Schneehöhe beträchtlich sein kann!
Im Sommer ist der Mývatn-See ein außergewöhnliches Biodiversitätsreservat, insbesondere für zahlreiche Entenarten. Er ist ein kleines Paradies für Tierfotografen. Allerdings hat das seinen Preis – Fliegen, die einen ständig belästigen! Tatsächlich bedeutet Mývatn auf Isländisch „See der Fliegen“.
Wenn Sie die Island-Ringstraße für Landschaftsfotografie bereisen, ist der Winter besser geeignet – insbesondere, wenn Sie Minimalismus und klare Kompositionen mögen.
Die Umrundung des Mývatn-Sees bietet viele Möglichkeiten für Landschaftsfotografie. Der schwarze Basalt sorgt für starke Kontraste. An manchen Stellen kann man den Krater Hverfjall als Hintergrund nutzen. Besonders empfehlen wir jedoch den Besuch des Lavafelds von Dimmuborgir. Dieses erst vor 2.300 Jahren entstandene Gebiet ist voller Geheimnisse und Mythen, mit seltsamen vulkanischen Formationen. Im Winter lassen sich hier Bilder im Schwarz-Weiß-Stil aufnehmen, obwohl man in Farbe fotografiert!
Wenn Sie Dimmuborgir besuchen, sollten Sie außerdem Kirkjan („Kirche“ auf Isländisch) nicht verpassen. Diese einzigartige vulkanische Formation zeigt, wie sehr sich der Mensch von der Natur beim Bau von Häusern und Kultstätten inspirieren ließ.
Der beeindruckende Goðafoss-Wasserfall auf der Island-Ringstraße
Goðafoss ist einer unserer Lieblingswasserfälle in Island – sowohl wegen seiner Schönheit als auch wegen seiner Geschichte. Mit 12 Metern Höhe und 30 Metern Breite ist er nicht der beeindruckendste Wasserfall Islands. Dennoch besitzt Goðafoss eine einzigartige halbkreisförmige Form, die ihn wie ein römisches Theater oder eine Arena erscheinen lässt.
Der Wasserfall ist vor allem für seine Geschichte bekannt. Um das Jahr 1000 wurden heidnische Götzen symbolisch in seine Fluten geworfen, um die Christianisierung Islands zu markieren. Seitdem wird er Goðafoss genannt, was auf Isländisch „Wasserfall der Götter“ bedeutet.
Im Gegensatz zu anderen Wasserfällen in Island bietet Goðafoss dank seiner Form zahlreiche Blickwinkel und Perspektiven. Von Weitwinkelaufnahmen bis hin zu Nahaufnahmen ist er ein fantastisches Spielfeld für Landschaftsfotografen. Im Winter gefriert ein Teil des Wasserfalls vollständig, während ein anderer Teil, geschützt vor dem Wind, weiterfließt. Dadurch entsteht ein beeindruckender Kontrast zwischen Eis und Wasser, zwischen Stillstand und Bewegung. Diesen Wasserfall sollte man auf einer Island-Ringstraßen-Tour auf keinen Fall verpassen!
Húsavík, der authentischste Fischereihafen Islands
Der Hafen von Húsavík ist einer der authentischsten in Island. Hier verbrachte der Schwede Garðar Svavarson, der erste Skandinavier, der sich in Island aufhielt, den Winter. Er war auch der erste, der die Insel benannte – Garðarshólmur –, bevor der berühmte Flóki der Raben (Hrafna-Flóki) ihr ihren endgültigen Namen Ísland gab.
Was uns hier interessiert, ist der Hafen von Húsavík selbst. Die vielen Segelboote, das farbenfrohe Dorf und die Berge im Hintergrund machen ihn zu einem faszinierenden Ort für Landschafts- und Streetfotografie. Wir empfehlen auch einen Besuch im sehr informativen Húsavík Whale Museum.
Am frühen Morgen berühren die ersten Sonnenstrahlen die Berge westlich der Bucht, während der Hafen noch im kühlen Licht liegt. Dieser Kontrast hält nur wenige Minuten an, bietet aber eine großartige Gelegenheit für Landschaftsfotografen.
Mittags versammeln sich die Seeleute zum Essen im Hafenrestaurant Gamli Baukur – ein idealer Moment für Porträtfotografen (und Bierliebhaber!).
Schließlich bietet die Region zahlreiche Möglichkeiten für Tierfotografie. Fast die gesamte isländische Fauna ist hier vertreten, darunter auch Seevögel, die in großer Zahl an den Klippen östlich von Húsavík nisten.
Island Ring Road Rundreise – Finaler Akt: Die Westfjorde
Das wilde Island wird perfekt durch die Westfjorde verkörpert. Bei Wildlife Photo Travel ist dies unser Lieblingsspielplatz. Die Region ist vom Rest des Landes isoliert und besteht hauptsächlich aus Fjorden.
Die Landschaften der Westfjorde sind vielfältig: Berge, Hochebenen, Feuchtgebiete, kleine idyllische Wasserfälle, steile Klippen, dominierende Gletscher und verlassene Gebiete. Wir empfehlen diese Region Landschaftsfotografen, die sich von Klischees entfernen und ihr eigenes verborgenes Paradies entdecken möchten.
Die Westfjorde muss man sich jedoch verdienen. Während einer 12-tägigen Island-Ringstraßen-Tour muss man die Route 1 verlassen, um sie zu erreichen. Kommt man aus dem Norden, führt die Route 68 nach Hólmavík, dem Tor zu den Westfjorden. Von dort überquert man ein abgelegenes Hochplateau, bevor man die Fjorde in Richtung Ísafjörður erreicht. Im Winter ist diese Strecke unsicher, insbesondere auf dem Plateau. Unvorhersehbares Wetter kann die Durchfahrt verhindern – oder sogar den Rückweg blockieren.
Kurz gesagt: Die Westfjorde sind eine großartige Region, erfordern im Winter jedoch Vorbereitung. Im Sommer hingegen bleiben die Straßen offen und die isländische Tierwelt erwartet Sie frei zugänglich.
Polarfüchse der Westfjorde
Wie Sie wissen, sind unsere Fotoguides auf den isländischen Polarfuchs spezialisiert. Wir verfolgen diese Art seit vielen Jahren das ganze Jahr über und sind immer wieder von ihrer Anpassungsfähigkeit beeindruckt.
Der Polarfuchs ist in Island nicht leicht zu beobachten. Er kommt auf der ganzen Insel vor, aber die Chancen sind in den Westfjorden höher. Die geringe Bevölkerungsdichte und das reichliche Nahrungsangebot (hauptsächlich Seevögel) machen diese Region zu einem echten Zufluchtsort für die Art.
Um Ihre Chancen zu erhöhen, während einer 12-tägigen Island-Ringstraßen-Tour Polarfüchse zu beobachten, empfehlen wir eine halbtägige Wanderung in den Westfjorden und stets offene Augen. Die Fjorde Álftafjörður und Hestfjörður sind besonders vielversprechend. Manchmal begegnen wir Polarfüchsen sogar entlang der Straße zwischen Hólmavík und Súðavík.
Wenn Sie Tierfotograf sind und noch weiter gehen möchten, schauen Sie sich gerne unsere Fotoreise zum Polarfuchs mit 8-tägiger Intensiverfahrung an.
Das Paradies der Seevögel
Die zahlreichen Klippen der Westfjorde bieten unzählige Möglichkeiten für Seevögel, zu nisten und sich fortzupflanzen. Am bekanntesten ist zweifellos Látrabjarg. Die Klippe ist jedoch sehr abgelegen und nur über eine holprige Piste nach etwa einer Stunde Fahrt erreichbar.
In Látrabjarg kann eine große Vielfalt an Seevögeln beobachtet werden. Zu den häufigsten gehören Papageitaucher (ein Symbol Islands), Tordalk, Trottellumme, Gryllteiste, Eissturmvogel und Dreizehenmöwe. Die Glücklichsten können sogar Polarfüchse bei der Jagd entlang der Klippen beobachten.
An sandigen Küsten ernähren sich Watvögel und brüten dort. Austernfischer, Meerstrandläufer, Rotschenkel und Sandregenpfeifer lassen sich in diesen Lebensräumen leicht beobachten.
Was Enten betrifft, stechen zwei Arten besonders hervor: die Eiderente und die Harlekinente.
Das Naturschutzgebiet Hornstrandir
Ein Juwel der Westfjorde: das Naturschutzgebiet Hornstrandir ist das abgelegenste Gebiet Islands. Es führen keine Straßen dorthin, und niemand lebt dort. Der einzige Zugang erfolgt per Boot. Allerdings herrscht in Hornstrandir auch das härteste Klima Islands. Wir empfehlen nicht, ohne Guide dorthin zu gehen, es sei denn, Sie haben Erfahrung im Wandern unter ähnlichen Bedingungen (Schottland, Irland oder Norwegen im Winter).
Wenn Sie ein erfahrener Wanderer sind, gehört Hornstrandir zu den besten Erlebnissen, die Island zu bieten hat. Es vermittelt einen Eindruck davon, wie die Insel vor der Besiedlung durch den Menschen aussah. Die Jagd ist verboten, und Polarfüchse, Seevögel sowie Meeressäuger leben dort ungestört.
Bis Mitte der 1950er Jahre lebten Menschen in Hornstrandir, und es gab zahlreiche Bauernhöfe. Die Gemeinschaften lebten jahrhundertelang vom Fischfang. Nach dem Zweiten Weltkrieg führten das wirtschaftliche Wachstum rund um die Hauptstadt sowie das raue Klima dazu, dass die Bewohner die Region verließen und entweder in den Südwesten oder in die nahegelegene Stadt Ísafjörður zogen, die besser vor den Nordwinden geschützt ist.
Wir kennen dieses Schutzgebiet gut, da wir das Privileg haben, jeden Sommer dort zu arbeiten. Dort haben wir einige unserer eindrucksvollsten Momente in der Polarfuchs-Fotografie erlebt.
Der Gletscher Drangajökull
Der Gletscher Drangajökull ist der einzige Gletscher in den Westfjorden. Er dominiert die Halbinsel und trennt das Naturschutzgebiet Hornstrandir vom Rest der Region. Wir kennen diesen Gletscher gut, da wir dort als Wanderführer tätig sind. Im Juni und Juli ist er zugänglich und kann während der Mitternachtssonne für Landschaftsfotografie erkundet werden. Ab Mitte Juli jedoch vertiefen sich die Gletscherspalten, und der Gletscher wird gefährlicher.
Drangajökull ist nicht so beeindruckend wie der Vatnajökull im Süden. Er ist ein kleinerer Gletscher, der den größten Teil des Jahres von Schnee bedeckt ist. Doch er bietet einen großen Vorteil – die völlige Abwesenheit von Menschen! Wir besuchen ihn seit vielen Jahren jeden Sommer und sind dort noch nie einem anderen Fotografen, Wanderer oder Touristen begegnet. Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie mehr Informationen über diese abgelegenen Orte in Island wünschen.
Fazit
Island ist ein Traumziel für Liebhaber der Landschaftsfotografie. Eine 12-tägige Reise entlang der Ringstraße ermöglicht es, eine außergewöhnliche Vielfalt an Landschaften und Naturwundern zu entdecken. Sie ist auch eine wertvolle Gelegenheit für Tierfotografen, die von der Vielfalt und Einzigartigkeit der arktischen Fauna angezogen werden.
In diesem Artikel haben wir einige unserer Lieblingsorte für Fotografie ausgewählt. Diese Liste ist jedoch bei weitem nicht vollständig – es gibt unzählige interessante Orte für Fotografen. Je nach Blickwinkel und Sensibilität offenbart Island eine so große Vielfalt an Landschaften, dass deren Erkundung ein ganzes Fotografenleben inspirieren kann.
Wenn Sie an einer unserer Landschaftsfotografie-Reisen in Island teilnehmen möchten, können Sie uns gerne kontaktieren – wir würden uns freuen, dies mit Ihnen zu besprechen.
Island ist eine kleine Insel, verloren im Nordatlantik. Auf der Karte hat man das Gefühl, dass man Island in wenigen Tagen erkunden könnte. Doch die Realität sieht ganz anders aus. Wir arbeiten seit über 10 Jahren in Island und entdecken immer noch neue Landschaften, abseits der ausgetretenen Pfade. Jedes Jahr begegnen wir einer Tierart, die wir zuvor nicht kannten. Ganz zu schweigen vom ständig wechselnden isländischen Licht, das Landschaften, die wir zu kennen glaubten, immer wieder neu zum Leben erweckt.
Nur wenige Fotografen reisen nur einmal nach Island. Wir kehren immer dorthin zurück, wo sich die wilde, freie Natur ausdrückt. In diesem Artikel haben wir beschlossen, Ihnen alles zu zeigen, was Sie während einer 12-tägigen Iceland ring road tour erleben und sehen können.
Auch wenn wir hier über die Route 1 sprechen, die Island umrundet, erlauben wir uns einen kleinen Umweg und nehmen Sie mit auf die kurvenreichen Straßen der Westfjorde. Es scheint uns unmöglich, bei einer Fotoreise nach Island die Westfjorde auszulassen. Diese Region ist ein Konzentrat des wilden Islands, und genau dort führen wir Wildlife-Fotografen für unseren Polarfüchse-Workshop hin.
Landschaftsfotografie in Island
Die Landschaftsfotografie in Island ist ein Erlebnis, das jeder Fotograf einmal gemacht haben sollte. Das Licht ist so weich und so besonders, mit bläulichen oder rosafarbenen Tönen, die außergewöhnlich wirken – ein Flüstern der Arktis und ihrer extremen Temperaturen.
Was die Landschaftsfotografie in Island so besonders macht, ist die Kombination aus Neugier und einzigartigen klimatischen Bedingungen. Wenn Eis sich mit dem schwarzen Sand vulkanischer Regionen vermischt, wenn ein Sonnenstrahl durch einen Eisberg fällt und einen seltsamen Kontrast zwischen warmen und kalten Tönen erzeugt, wenn der Boden, reich an Schwefel und Metallen, orangefarben leuchtet, versteht das menschliche Auge nicht wirklich, was geschieht – aber die Kreativität erwacht. Island ist eine Einladung, das Gewöhnliche zu verlassen. Und die Iceland ring road tour ermöglicht es, all diese Schätze der isländischen Natur zu entdecken.
Island Ring Road Rundreise: 12 Tage auf der Ringstraße Islands
Es wird häufig festgestellt, dass die meisten Reisenden die benötigte Zeit für die Island Ring Road Rundreise unterschätzen. Auch wenn die Insel klein erscheint, werden die Straßen in den Fjorden schnell kurvig und die Fahrzeiten deutlich länger.
Eine Island Ring Road Rundreise in 12 Tagen ist unserer Meinung nach das Minimum – besonders für Fotografen. Wir werden ehrlich sein: Auf der Ringstraße werden Sie alle fünf Minuten anhalten – wegen eines Lichts, eines Berges oder eines Tieres. Wenn Sie mehr Zeit haben, zögern Sie nicht. Wir verbringen Monate damit, Landschaften in Island zu fotografieren und uns wird nie langweilig. Es gibt immer etwas zu sehen, etwas festzuhalten. Die kreativen Möglichkeiten in Island sind endlos.
Darüber hinaus nimmt die Vielfalt der Landschaften entlang der Ringstraße jede Wiederholung. Der Süden mit seinen Wüstenebenen, die Fjorde im Osten mit ihren Rentieren, der Norden mit schwefelreichen Böden und steilen Bergen, der wilde Westen mit seinen versteckten Tälern und Polarfüchsen – es gibt nicht nur ein Island, sondern eine Vielzahl von Landschaften, die eine tiefgehende Erkundung verdienen.
Fotoausrüstung für eine 12-tägige Island Ring Road Rundreise
Für eine so lange und kostspielige Reise sollte man gut ausgerüstet sein – sowohl fotografisch als auch bei der Kleidung. Natürlich hängt die Ausrüstung von Ihrem fotografischen Stil ab. Schauen wir uns jedoch an, welche Möglichkeiten Island bietet und welche Ausrüstung nötig ist, um sie festzuhalten:
- Landschaftsfotografie in Island: Das ist die größte Stärke Islands. Für Landschaften benötigen Sie ein Weitwinkelobjektiv. Aufgrund der großen Räume arbeiten wir meist mit 24 mm, aber Sie können auch weiter gehen (20 mm oder 18 mm). Außerdem brauchen Sie ein Stativ für Aufnahmen bei wenig Licht oder Nachtaufnahmen der Polarlichter (im Winter).
- Wildlife-Fotografie in Island: Wir fotografieren die Natur in Island sehr gerne, da die Tiere frei und wild sind, aber weniger scheu als auf dem Festland. Wir empfehlen dennoch ein langes Teleobjektiv, idealerweise 600 mm. Auch 400 mm oder 300 mm sind möglich, allerdings riskieren Sie, die Tierwelt unnötig zu stören.
- Porträt- und Straßenfotografie: Wenn Sie Porträts fotografieren, sind 35-mm- und 50-mm-Objektive sehr nützlich. Die kleinen Fischerdörfer entlang der Ringstraße, besonders in den Fjorden, sind ideal für diese Art der Fotografie.
- Architektur: Von der Kirche in Reykjavík über die Harpa bis zur Kathedrale in Akureyri – wenn Sie Architektur mögen, sind einige Orte unverzichtbar. Dafür benötigen Sie ein Ultraweitwinkelobjektiv (unter 20 mm). Ein Stativ ist ebenfalls wichtig, da Nachtbeleuchtung diese Gebäude besonders hervorhebt.
Während Ihrer Fotoreise auf der Ringstraße benötigen Sie außerdem einige zusätzliche Ausrüstungsgegenstände: eine wasserdichte Tasche, zwei oder drei externe Akkus, zusätzliche Speicherkarten, eine Schutzhülle für Ihre Kamera (falls nicht wetterfest) und ein Mikrofasertuch zur Reinigung der Linsen.
Schließlich müssen Sie nicht tausende Euro investieren, um in Island zu fotografieren. Das Wichtigste ist Ihre Kreativität und Sensibilität. Wir haben dazu einen Artikel geschrieben: Was ist die beste Kamera für Wildlife-Fotografie?
Island Ring Road Rundreise – Akt 1: Der Süden Islands
Ausgehend von Keflavík (internationaler Flughafen Reykjavík) Richtung Osten erreicht man Route 1, die die Iceland ring road tour bildet. Diese Straße folgt der Südküste, wo kleinere Straßen oder Pisten zu verschiedenen Naturorten führen.
Der Süden Islands ist der touristischste Teil des Landes. Leider ist es oft frustrierend, da viele Touristen und Fotografen im Bild sind. Die einzige Lösung ist, die Nebenzeiten zu nutzen: sehr früh am Morgen und bei Sonnenuntergang. Diese Zeiten bieten gleichzeitig das beste Licht für Landschaftsfotografie.
Der Süden Islands ist außerdem eine beeindruckende Konzentration außergewöhnlicher Naturorte. Die meisten Reisenden beschränken sich auf die Südküste und den Golden Circle. Nur wenige reisen in den Norden und noch weniger in die Westfjorde.
Der Beginn der Island Ring Road Rundreise und die Durchquerung der Reykjanes-Halbinsel
Bei der Ankunft in Island landet man auf der Reykjanes-Halbinsel im Südwesten der Insel. Dieses von Feuer und Salz geprägte Land ist bekannt für seine vielen Vulkane, von denen einige seit 2023 mehrfach ausgebrochen sind. Diese Region verändert sich ständig.
Für Landschaftsfotografen bietet Reykjanes eine rohe, dramatische und dunkle Kulisse. Hier und da versucht hellgrünes Moos, Leben in die Landschaft zu bringen. Die geothermische Aktivität ist stark ausgeprägt.
Besonders beeindruckend sind die weiten Flächen schwarzer Lava. Diese mineralische Kargheit wird vom Atlantik langsam geformt und geglättet.
Sie können überall anhalten – jede Landschaft lohnt sich. Besonders empfehlen wir Seltún, wo schwefelreiche Erde in unrealen Farben erscheint: Gelb, Orange, Grau, Blau und sogar Grün. Für abstrakte Fotografie ist Seltún perfekt.
Für Ozeanfotografie ist Valahnúkur im Südwesten der Halbinsel ideal. Dort schlagen die Wellen gegen schwarze Basaltformationen – ein zugleich schönes und dramatisches Schauspiel.
Die 1001 Wasserfälle und Kaskaden im Süden Islands
Es ist unmöglich, nur einen einzigen Wasserfall im Süden Islands zu empfehlen, da es so viele gibt, jeder anders als der andere. Skógafoss, Seljalandsfoss, Kvernufoss, Gljúfrabúi – die Liste ist lang, und leider auch die Menschenmengen.
Für Landschaftsfotografie empfehlen wir, einige weniger bekannte Kaskaden auszuwählen, wie zum Beispiel Hjálparfoss. Diese Wasserfälle sind nicht weniger interessant – sie sind lediglich weniger leicht zugänglich. Durch die Wahl weniger überlaufener Orte können Sie sich Zeit nehmen und eine ruhigere, friedlichere Natur genießen.
Strand von Vík und seine Papageitaucher vom Dyrhólaey-Vorgebirge aus
Der schwarze Sandstrand von Reynisfjara bei Vík ist zweifellos der bekannteste und ikonischste Strand Islands. Er ist auch der meistfotografierte Ort des Landes. Viele Fotografen verzichten daher bewusst darauf, bereits bekannte Motive erneut zu fotografieren. Dennoch bleibt Reynisfjara ein mythischer Ort, den man während einer 12-tägigen Island Ring Road Rundreise gesehen haben muss.
Am Strand von Reynisfjara erwartet Sie eine Höhle, umgeben von beeindruckenden Basaltsäulenformationen. Diese Höhle wirkt wie ein mythisches Schloss aus einer nordischen Legende. In der Ferne sieht man die markanten Reynisdrangar-Felsnadeln. Der isländischen Folklore zufolge handelt es sich dabei um Trolle, die beim Versuch, ein dreimastiges Schiff an Land zu ziehen, vom ersten Sonnenlicht überrascht und in Stein verwandelt wurden. Dieser nach Osten und Westen offene Ort gehört zu den besten Fotospots Islands. Besonders bei Sonnenaufgang entstehen spektakuläre goldene Reflexionen auf Schaum und Basalt.
Leider kam es 2026 zu Erosionen, wodurch der Ort gefährlich geworden ist. Das Meer scheint jedoch allmählich den abgetragenen Sand zurückzubringen. Wir empfehlen daher, die aktuellen Bedingungen des Strandes von Vík vor dem Besuch zu überprüfen.
Wenn Sie im Sommer eine Island Ring Road Rundreise unternehmen, empfehlen wir außerdem einen Besuch der Dyrhólaey-Halbinsel, etwa 17 km vom Strand Reynisfjara entfernt. Diese beeindruckende, 120 Meter hohe, bogenförmige Halbinsel ist ein wichtiger Brutplatz für Seevögel, insbesondere für Papageitaucher. Beachten Sie jedoch, dass der Zugang im Mai und Juni zum Schutz der Tiere geschlossen ist. Die Halbinsel öffnet wieder im Juli.
Der Vatnajökull-Gletscher
Eine 12-tägige Island Ring Road Rundreise ist ohne den Besuch des Vatnajökull-Gletschers nicht vollständig. Europas größter Gletscher ist ein zentrales Element der isländischen Landschaft!
Allerdings ist das Vatnajökull-Gebiet sehr groß. Die wichtigste Frage lautet: Wie wählt man die besten Fotospots aus?
Zunächst sollte man wissen, dass der Zugang zum Gletscher selbst schwierig und gefährlich ist. Eine sichere Möglichkeit, den Vatnajökull zu fotografieren, ist jedoch die Erkundung seiner Gletscherzungen. Unser Favorit ist Fjallsjökull, wo man sehr nahe an den Gletscher herankommt, sowie die Lagune Fjallsárlón mit ihren ruhig treibenden Eisbergen.
Der frühe Morgen ist eindeutig die beste Zeit für Aufnahmen am Vatnajökull. Einerseits öffnet sich die Landschaft nach Osten, andererseits kommen die meisten Besucher erst später am Tag.
Die Gletscherlagune Jökulsárlón
Ebenfalls im Vatnajökull-Gebiet, nur wenige Kilometer östlich von Fjallsjökull, liegt die Gletscherlagune Jökulsárlón. Diese Lagune entsteht durch schmelzendes Eis und bietet ein spektakuläres Schauspiel treibender Eisberge. Allerdings ist dieser Ort sehr überlaufen. Während einer Island Ring Road Rundreise werden Sie hier kaum den zahlreichen Reisebussen entkommen. Dennoch bleibt er ein absolutes Muss.
Besonders interessant ist die Tierwelt: Seehunde, Eiderente und Kolkrabe lassen sich oft auf den Eisbergen beobachten – teilweise aus nächster Nähe. Der Kontrast ist beeindruckend!
Diamond Beach
Der letzte unverzichtbare Fotospot im Vatnajökull-Gebiet ist Diamond Beach – ein schwarzer Sandstrand, an dem tausende Eisberge ihre Reise beenden. Diese beginnt, wenn sie vom Vatnajökull-Gletscher abbrechen und in die Lagune Jökulsárlón fallen. Anschließend treiben sie durch die Lagune und erreichen den kurzen Fluss Jökulsá á Breiðamerkursandi, der sie ins Meer trägt. Dort werden sie schließlich an den Strand gespült und schmelzen langsam.
Diamond Beach ist ein unglaublicher Spielplatz für Landschaftsfotografen. Tausende Eisblöcke in verschiedenen Formen liegen auf dem schwarzen Sand. Bei Sonnenaufgang erzeugt das Licht durch das Eis spektakuläre Reflexionen, bei denen kühle Blautöne mit warmen Orangetönen verschmelzen – eine fast surreale Kombination. Während jeder Island Ring Road Rundreise widmen wir diesem Ort stets eine eigene Fotosession.
Nationalpark Skaftafell und Wasserfall Svartifoss
Der Nationalpark Skaftafell ist ein Naturjuwel, eingebettet zwischen mehreren Gletscherzungen des Vatnajökull. Wir empfehlen diesen Park im Rahmen einer 12-tägigen Island Ring Road Rundreise, da er einerseits wunderschöne Wanderungen am Gletscher bietet – mit der Möglichkeit, Polarfüchse zu sehen – und andererseits den beeindruckenden Svartifoss-Wasserfall.
Svartifoss bedeutet „schwarzer Wasserfall“ auf Isländisch. Er verdankt seinen Namen den Basaltsäulen, die die Felswand bilden, über die das Wasser kraftvoll herabstürzt. Dieser Wasserfall ist unser Favorit in Island. Wir empfehlen einen Besuch im Winter bei Sonnenaufgang. Auf einer 12-tägigen Landschaftsfotoreise in Island steht Svartifoss ganz oben auf unserer Liste. Vom Parkeingang aus sind etwa 30 Minuten Fußweg erforderlich.
Darüber hinaus bietet der Nationalpark weitere fotografische Highlights: den Gletscher Skaftafellsjökull im Osten sowie die riesige Sandebene Skeiðarársandur im Süden. Diese entstand durch wiederholte Gletscherfluten infolge vulkanischer Eruptionen – zuletzt 1996 beim Ausbruch des Vulkans Grímsvötn.
Island Ring Road Rundreise – Akt 2: Die Ostfjorde
Ostisland ist weniger touristisch als der Süden. Einige Fjorde sind noch wild und wenig bekannt. Da die Zeit während einer 12-tägigen Reise jedoch begrenzt ist, konzentrieren wir uns auf das Wesentliche, wenn es um Sehenswürdigkeiten in den Ostfjorden geht. Wenn Sie sich entscheiden, einen anderen Teil der Route auszulassen (z. B. die Westfjorde), können Sie mehr Zeit damit verbringen, den Osten zu erkunden.
Der berühmte Strand von Stokksnes
Stokksnes ist ein sehr beliebter Strand in Island, insbesondere für Landschaftsfotografie. Es handelt sich um eine weite Fläche aus schwarzem Sand mit kleinen Dünen, die bei Flut überflutet werden. Der Strand wird von den Vestrahorn-Bergen dominiert, die sich wie eine dunkle Wand zum Ozean hin erheben. Ihre gezackten Gipfel spiegeln sich im Wasser – oder im Winter im Eis – und schaffen wunderschöne Reflexionen für Fotografen.
Für weiches Licht und sanfte Stimmungen empfehlen wir, Stokksnes früh am Morgen bei Sonnenaufgang zu besuchen. Am Abend sind die Kontraste stärker. Wenn der Himmel voller Wolken ist, steigen die Chancen auf einen dramatischen Sonnenuntergang.
Im Winter gefriert das stehende Wasser am Strand von Stokksnes. Diese dünne Eisschicht reflektiert die Vestrahorn-Berge und bildet einen schönen Kontrast zum schwarzen Sand. Das ist unsere Lieblingszeit, um den Strand von Stokksnes zu fotografieren.
Wilde Rentiere auf der Island Ring Road Rundreise
Obwohl sie heute scheinbar Teil der Landschaft Ostislands sind, haben Rentiere nicht immer auf der Insel gelebt – sie sind nicht endemisch. Die Ankunft der Rentiere in Island ist relativ neu. Ab 1771 führten die Isländer diese arktischen Hirsche zur Landwirtschaft ein und nutzten sie für Fleisch und Fell, inspiriert vom samischen Volk Nordskandinaviens.
Island fehlten jedoch zunächst das Wissen und die Ressourcen, um sie zu erhalten. Ihre Population ging allmählich zurück und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts für ausgestorben erklärt.
Die Geschichte hätte dort enden können, doch etwa hundert Tiere überlebten östlich des Vatnajökull-Gletschers. Diese Population passte sich an und vermehrte sich und bildet heute eine neue Gruppe von über 4.000 Individuen.
Die Geschichte der Rentiere in Island ist – wie die der Islandpferde oder Polarfüchse – eine Geschichte der Anpassung an ein raues, wechselhaftes und unvorhersehbares Klima.
Im Winter können Sie entlang der Küste der Ostfjorde Rentiere in Island während einer Island Ring Road Rundreise beobachten und fotografieren. Im Sommer ziehen sie in die Berge, um Flechten und Sträucher zu finden und ihre Jungen zur Welt zu bringen, was es deutlich schwieriger macht, sie in diesem riesigen Gebiet zu entdecken.
Den Islandpferden folgen
Ost- und Nordisland sind bekannt für die große Anzahl an Islandpferden, die in den Bergen und entlang der Küste leben. Diese Regionen sind ideal, um diese zeitlosen Tiere in bergigen Landschaften zu fotografieren. Es gibt keine Garantie, sie zu finden – die beste Möglichkeit besteht darin, zwischen Bergen und Tälern zu erkunden und zu versuchen, sie aus der Ferne zu entdecken, bevor man sich nähert. Andernfalls kann man sie entlang der Straße in der Nähe von Bauernhöfen sehen, wobei die Bedingungen für die Fotografie weniger ideal sind.
Pferde wurden während der Besiedlung nach Island gebracht. Ihre Vorfahren waren norwegische Fjordpferde. Auch andere Rassen wie das Connemara-Pony aus Irland, das Färöer-Pferd und Shetlandponys wurden eingeführt und bilden heute das genetische Erbe des Islandpferdes.
Außerdem ist seit dem Jahr 982 die Einfuhr von Pferden nach Island verboten, um sie vor Krankheiten zu schützen, die vom Festland und anderen nordatlantischen Inseln eingeschleppt werden könnten.
Seitdem haben sich die Pferde auf der Insel so gut an das isländische Klima angepasst, dass sie zu einer einzigartigen Rasse geworden sind: dem Islandpferd!
Bei Wildlife Photo Travel haben wir eine besondere Vorliebe für diese Tiere. Sie sind zugleich robust und poetisch und waren sogar Gegenstand des Fotobuchs „Hestur“ von Samy Berkani, einem unserer Fotoguides. Wenn Sie Pferde lieben, laden wir Sie ein, dieses wunderschöne Buch über Islandpferde zu entdecken.
Während einer Island Ring Road Rundreise bieten Ost- und Nordisland besonders gute Möglichkeiten, diese Tiere in freier Natur zu beobachten und zu fotografieren.
Island Ring Road Rundreise – Akt 3: Der Norden Islands
Nordisland ist über die Island-Ringstraße leicht erreichbar und ein wichtiger Abschnitt jeder Island Ring Road Rundreise. Seine Hauptstadt ist die Stadt Akureyri, die zweitgrößte Stadt des Landes, gelegen am Ende des Fjords Eyjafjörður. Dieser Teil der Insel ist eingeschlossen und von Bergen umgeben. Dadurch ist er die am besten geschützte Region Islands. Die Winde sind weniger heftig, dafür sind die Temperaturen kälter. Im Winter fallen die Temperaturen häufiger als anderswo unter -10 °C.
Nordisland ist die perfekte Region für alle, die verschneite und vereiste Landschaften lieben. Mit seinen steilen Bergen und tiefen Fjorden erinnert es an Norwegen. Im Winter ist jedoch Vorsicht geboten, wenn man zwischen Egilsstaðir und Akureyri reist. Die Berge und Hochebenen, die man überqueren muss, können besonders gefährlich sein – mit häufigen Stürmen, starkem Schneefall und Straßen, die oft gesperrt oder schwer befahrbar sind.
Hverir und Námafjall: das Tor zur Hölle
Am Fuße des Námafjall brodelt die Erde! Der Boden in Hverir ist weich, brodelt und bebt. Von Zeit zu Zeit spuckt er giftigen Dampf aus. Die Erde scheint Geschichten aus den Tiefen der Erde zu flüstern.
In Hverir wirkt keine Farbe natürlich. Leuchtend gelber Schwefel vermischt sich mit rostigen Rottönen, tiefen Ockern und aschgrauen Nuancen. Ein Spaziergang durch dieses Gebiet fühlt sich an, als würde man eine von Göttern gemalte Leinwand betreten!
Diese großartige Landschaft ist wie geschaffen für Fotografen. Man kann frei umherwandern und seiner Fantasie und Kreativität freien Lauf lassen. Es ist der ideale Ort, um Vulkankrater zu fotografieren, ob realistisch oder abstrakt. Die Island-Ringstraße führt durch dieses Gebiet und macht es leicht zugänglich – eine weitere traumhafte Gelegenheit für Landschaftsfotografie in Island und ein Highlight jeder Island Ring Road Rundreise.
Das Lavafeld von Dimmuborgir und die Umgebung des Mývatn-Sees
Eines der beeindruckendsten Gebiete im Norden Islands ist der Mývatn-See mit seinen 37 km². Die Route 1 der Island-Ringstraße verläuft entlang des Sees, wir empfehlen jedoch, ihn vollständig zu umrunden. Im Winter ist Vorsicht geboten, da die Schneehöhe beträchtlich sein kann!
Im Sommer ist der Mývatn-See ein außergewöhnliches Biodiversitätsreservat, insbesondere für zahlreiche Entenarten. Er ist ein kleines Paradies für Tierfotografen. Allerdings hat das seinen Preis – Fliegen, die einen ständig belästigen! Tatsächlich bedeutet Mývatn auf Isländisch „See der Fliegen“.
Wenn Sie die Island-Ringstraße für Landschaftsfotografie bereisen, ist der Winter besser geeignet – insbesondere, wenn Sie Minimalismus und klare Kompositionen mögen.
Die Umrundung des Mývatn-Sees bietet viele Möglichkeiten für Landschaftsfotografie. Der schwarze Basalt sorgt für starke Kontraste. An manchen Stellen kann man den Krater Hverfjall als Hintergrund nutzen. Besonders empfehlen wir jedoch den Besuch des Lavafelds von Dimmuborgir. Dieses erst vor 2.300 Jahren entstandene Gebiet ist voller Geheimnisse und Mythen, mit seltsamen vulkanischen Formationen. Im Winter lassen sich hier Bilder im Schwarz-Weiß-Stil aufnehmen, obwohl man in Farbe fotografiert!
Wenn Sie Dimmuborgir besuchen, sollten Sie außerdem Kirkjan („Kirche“ auf Isländisch) nicht verpassen. Diese einzigartige vulkanische Formation zeigt, wie sehr sich der Mensch von der Natur beim Bau von Häusern und Kultstätten inspirieren ließ.
Der beeindruckende Goðafoss-Wasserfall auf der Island-Ringstraße
Goðafoss ist einer unserer Lieblingswasserfälle in Island – sowohl wegen seiner Schönheit als auch wegen seiner Geschichte. Mit 12 Metern Höhe und 30 Metern Breite ist er nicht der beeindruckendste Wasserfall Islands. Dennoch besitzt Goðafoss eine einzigartige halbkreisförmige Form, die ihn wie ein römisches Theater oder eine Arena erscheinen lässt.
Der Wasserfall ist vor allem für seine Geschichte bekannt. Um das Jahr 1000 wurden heidnische Götzen symbolisch in seine Fluten geworfen, um die Christianisierung Islands zu markieren. Seitdem wird er Goðafoss genannt, was auf Isländisch „Wasserfall der Götter“ bedeutet.
Im Gegensatz zu anderen Wasserfällen in Island bietet Goðafoss dank seiner Form zahlreiche Blickwinkel und Perspektiven. Von Weitwinkelaufnahmen bis hin zu Nahaufnahmen ist er ein fantastisches Spielfeld für Landschaftsfotografen. Im Winter gefriert ein Teil des Wasserfalls vollständig, während ein anderer Teil, geschützt vor dem Wind, weiterfließt. Dadurch entsteht ein beeindruckender Kontrast zwischen Eis und Wasser, zwischen Stillstand und Bewegung. Diesen Wasserfall sollte man auf einer Island-Ringstraßen-Tour auf keinen Fall verpassen!
Húsavík, der authentischste Fischereihafen Islands
Der Hafen von Húsavík ist einer der authentischsten in Island. Hier verbrachte der Schwede Garðar Svavarson, der erste Skandinavier, der sich in Island aufhielt, den Winter. Er war auch der erste, der die Insel benannte – Garðarshólmur –, bevor der berühmte Flóki der Raben (Hrafna-Flóki) ihr ihren endgültigen Namen Ísland gab.
Was uns hier interessiert, ist der Hafen von Húsavík selbst. Die vielen Segelboote, das farbenfrohe Dorf und die Berge im Hintergrund machen ihn zu einem faszinierenden Ort für Landschafts- und Streetfotografie. Wir empfehlen auch einen Besuch im sehr informativen Húsavík Whale Museum.
Am frühen Morgen berühren die ersten Sonnenstrahlen die Berge westlich der Bucht, während der Hafen noch im kühlen Licht liegt. Dieser Kontrast hält nur wenige Minuten an, bietet aber eine großartige Gelegenheit für Landschaftsfotografen.
Mittags versammeln sich die Seeleute zum Essen im Hafenrestaurant Gamli Baukur – ein idealer Moment für Porträtfotografen (und Bierliebhaber!).
Schließlich bietet die Region zahlreiche Möglichkeiten für Tierfotografie. Fast die gesamte isländische Fauna ist hier vertreten, darunter auch Seevögel, die in großer Zahl an den Klippen östlich von Húsavík nisten.
Island Ring Road Rundreise – Finaler Akt: Die Westfjorde
Das wilde Island wird perfekt durch die Westfjorde verkörpert. Bei Wildlife Photo Travel ist dies unser Lieblingsspielplatz. Die Region ist vom Rest des Landes isoliert und besteht hauptsächlich aus Fjorden.
Die Landschaften der Westfjorde sind vielfältig: Berge, Hochebenen, Feuchtgebiete, kleine idyllische Wasserfälle, steile Klippen, dominierende Gletscher und verlassene Gebiete. Wir empfehlen diese Region Landschaftsfotografen, die sich von Klischees entfernen und ihr eigenes verborgenes Paradies entdecken möchten.
Die Westfjorde muss man sich jedoch verdienen. Während einer 12-tägigen Island-Ringstraßen-Tour muss man die Route 1 verlassen, um sie zu erreichen. Kommt man aus dem Norden, führt die Route 68 nach Hólmavík, dem Tor zu den Westfjorden. Von dort überquert man ein abgelegenes Hochplateau, bevor man die Fjorde in Richtung Ísafjörður erreicht. Im Winter ist diese Strecke unsicher, insbesondere auf dem Plateau. Unvorhersehbares Wetter kann die Durchfahrt verhindern – oder sogar den Rückweg blockieren.
Kurz gesagt: Die Westfjorde sind eine großartige Region, erfordern im Winter jedoch Vorbereitung. Im Sommer hingegen bleiben die Straßen offen und die isländische Tierwelt erwartet Sie frei zugänglich.
Polarfüchse der Westfjorde
Wie Sie wissen, sind unsere Fotoguides auf den isländischen Polarfuchs spezialisiert. Wir verfolgen diese Art seit vielen Jahren das ganze Jahr über und sind immer wieder von ihrer Anpassungsfähigkeit beeindruckt.
Der Polarfuchs ist in Island nicht leicht zu beobachten. Er kommt auf der ganzen Insel vor, aber die Chancen sind in den Westfjorden höher. Die geringe Bevölkerungsdichte und das reichliche Nahrungsangebot (hauptsächlich Seevögel) machen diese Region zu einem echten Zufluchtsort für die Art.
Um Ihre Chancen zu erhöhen, während einer 12-tägigen Island-Ringstraßen-Tour Polarfüchse zu beobachten, empfehlen wir eine halbtägige Wanderung in den Westfjorden und stets offene Augen. Die Fjorde Álftafjörður und Hestfjörður sind besonders vielversprechend. Manchmal begegnen wir Polarfüchsen sogar entlang der Straße zwischen Hólmavík und Súðavík.
Wenn Sie Tierfotograf sind und noch weiter gehen möchten, schauen Sie sich gerne unsere Fotoreise zum Polarfuchs mit 8-tägiger Intensiverfahrung an.
Das Paradies der Seevögel
Die zahlreichen Klippen der Westfjorde bieten unzählige Möglichkeiten für Seevögel, zu nisten und sich fortzupflanzen. Am bekanntesten ist zweifellos Látrabjarg. Die Klippe ist jedoch sehr abgelegen und nur über eine holprige Piste nach etwa einer Stunde Fahrt erreichbar.
In Látrabjarg kann eine große Vielfalt an Seevögeln beobachtet werden. Zu den häufigsten gehören Papageitaucher (ein Symbol Islands), Tordalk, Trottellumme, Gryllteiste, Eissturmvogel und Dreizehenmöwe. Die Glücklichsten können sogar Polarfüchse bei der Jagd entlang der Klippen beobachten.
An sandigen Küsten ernähren sich Watvögel und brüten dort. Austernfischer, Meerstrandläufer, Rotschenkel und Sandregenpfeifer lassen sich in diesen Lebensräumen leicht beobachten.
Was Enten betrifft, stechen zwei Arten besonders hervor: die Eiderente und die Harlekinente.
Das Naturschutzgebiet Hornstrandir
Ein Juwel der Westfjorde: das Naturschutzgebiet Hornstrandir ist das abgelegenste Gebiet Islands. Es führen keine Straßen dorthin, und niemand lebt dort. Der einzige Zugang erfolgt per Boot. Allerdings herrscht in Hornstrandir auch das härteste Klima Islands. Wir empfehlen nicht, ohne Guide dorthin zu gehen, es sei denn, Sie haben Erfahrung im Wandern unter ähnlichen Bedingungen (Schottland, Irland oder Norwegen im Winter).
Wenn Sie ein erfahrener Wanderer sind, gehört Hornstrandir zu den besten Erlebnissen, die Island zu bieten hat. Es vermittelt einen Eindruck davon, wie die Insel vor der Besiedlung durch den Menschen aussah. Die Jagd ist verboten, und Polarfüchse, Seevögel sowie Meeressäuger leben dort ungestört.
Bis Mitte der 1950er Jahre lebten Menschen in Hornstrandir, und es gab zahlreiche Bauernhöfe. Die Gemeinschaften lebten jahrhundertelang vom Fischfang. Nach dem Zweiten Weltkrieg führten das wirtschaftliche Wachstum rund um die Hauptstadt sowie das raue Klima dazu, dass die Bewohner die Region verließen und entweder in den Südwesten oder in die nahegelegene Stadt Ísafjörður zogen, die besser vor den Nordwinden geschützt ist.
Wir kennen dieses Schutzgebiet gut, da wir das Privileg haben, jeden Sommer dort zu arbeiten. Dort haben wir einige unserer eindrucksvollsten Momente in der Polarfuchs-Fotografie erlebt.
Der Gletscher Drangajökull
Der Gletscher Drangajökull ist der einzige Gletscher in den Westfjorden. Er dominiert die Halbinsel und trennt das Naturschutzgebiet Hornstrandir vom Rest der Region. Wir kennen diesen Gletscher gut, da wir dort als Wanderführer tätig sind. Im Juni und Juli ist er zugänglich und kann während der Mitternachtssonne für Landschaftsfotografie erkundet werden. Ab Mitte Juli jedoch vertiefen sich die Gletscherspalten, und der Gletscher wird gefährlicher.
Drangajökull ist nicht so beeindruckend wie der Vatnajökull im Süden. Er ist ein kleinerer Gletscher, der den größten Teil des Jahres von Schnee bedeckt ist. Doch er bietet einen großen Vorteil – die völlige Abwesenheit von Menschen! Wir besuchen ihn seit vielen Jahren jeden Sommer und sind dort noch nie einem anderen Fotografen, Wanderer oder Touristen begegnet. Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie mehr Informationen über diese abgelegenen Orte in Island wünschen.
Fazit
Island ist ein Traumziel für Liebhaber der Landschaftsfotografie. Eine 12-tägige Reise entlang der Ringstraße ermöglicht es, eine außergewöhnliche Vielfalt an Landschaften und Naturwundern zu entdecken. Sie ist auch eine wertvolle Gelegenheit für Tierfotografen, die von der Vielfalt und Einzigartigkeit der arktischen Fauna angezogen werden.
In diesem Artikel haben wir einige unserer Lieblingsorte für Fotografie ausgewählt. Diese Liste ist jedoch bei weitem nicht vollständig – es gibt unzählige interessante Orte für Fotografen. Je nach Blickwinkel und Sensibilität offenbart Island eine so große Vielfalt an Landschaften, dass deren Erkundung ein ganzes Fotografenleben inspirieren kann.
Wenn Sie an einer unserer Landschaftsfotografie-Reisen in Island teilnehmen möchten, können Sie uns gerne kontaktieren – wir würden uns freuen, dies mit Ihnen zu besprechen.
















































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